Programm fand erneut begeistertes
Publikum
Eine glückliche Hand hatten erneut die Mitarbeiter
des Referates Kultur der Stadt Gelsenkirchen bei der
Zusammenstellung des Programms der „klezmerwelten
2004“. Alle Veranstaltungen waren nicht nur sehr
gut besucht. Das Publikum geizte nicht mit Beifall,
sondern zeigte sich außerordentlich begeistert
durch eigenen Einsatz auf dem Klezmer-Tanzboden. Die
Presse war voll des Lobes.
Jede Veranstaltung zeigte, dass Klezmermusik in der
Tat eine aktuelle alte Musik ist, für die die
Musikfreunde nicht nur aus der Stadt selbst kamen.
Von weit her - z.B. aus Berlin, London oder aus Utrecht
- sind Klezmerfans bis nach Gelsenkirchen zu den „klezmerwelten“
gefahren.
Schon die Auftaktveranstaltung „Joshua talks
Klezmer“, in der Joshua Horowitz Wissenswertes
und Anekdoten rund um Klezmer zum Besten gab und mit
seinen Partnern Cookie Segelstrein und Stuart Brotman
musikalische Kost-proben aus dem Klezmerfundus aus
aller Welt servierte, gewann sicher neue Freunde für
diese Musik.
Bei den folgenden Konzerten mit Veretzki Pass (USA)
und Khupe (Deutschland) ging im wahrsten Sinne des
Wortes „die Post ab“. Die Interpreten um
Horowitz und das Duo Christian Dawid und Sanne Möricke
(Khupe), die auch persönliche Freundschaften
verbindet, waren immer präsent und sorgten für
eine stimmungsvolle Atmosphäre. Als Künstler
und Publikum sich nach jedem Konzert vermengten zu
einer fröhlichen Tanzrunde, das kennzeichnete
in besondere Weise Höhepunkte einer sichtbaren
Klezmerlust.
Ganz andere Höhepunkte waren die voll ausgebuchten
Klezmertanz-Angebote für Schüler und abends
für Erwachsene mit Steve Weintraub und der Live-Musik
von Veretski Pass.
Zwei Workshops setzten weitere Zeichen: Einmal kamen
mit Christian Dawid und Sanne Möricke gestandene
Musiker aus verschiedenen Städten Deutschlands
aber auch aus Frankreich und England zusammen, um
sich einmal mehr mit Klezmermusik zu befassen und
in einem Abschlusskonzert mit dem Gelernten wohlklingend
aufzutrumpfen.
Und zum anderen wurden junge Leute von Andreas Schmitges
(Gitarrist der Gruppe A Tickle in the Heart) mittels
Klezmer mit viel Engagement aller Beteiligten an eine
jüdische Identität vor Ort besonders mit
Musik und Tanz herangeführt.
Die jungen Leute fanden sich zum Anfang des Konzertes
mit auf der Bühne wieder, als die aus der Ukraine
zugewanderte Jüdin Elena Gubenko unterstützt
von der Gruppe Badeken di Kallah (Gelsenkirchen) mit
sehr viel Beifall Lieder ihrer Lebensreise sang.
Mehr als „nur“ Musik brachte das Ensemble
Karahod in der Gelsenkirchener flora auf die Bühne,
als diese mit Mitteln einer Multimedia-Show über
das Schicksal der jüdischen Kultur der Sowjetunion
informierte.
Bente Kahan (Norwegen) im Zusammenspiel mit der niederländischen
Klezmerformation Gojim sang mit herzergreifender Bühnenpräsenz
jüdische Lieder.
Willy Schwarz mit Band präsentierte mit Humor
nicht nur jüdische Musik aus aller Welt sondern
zugleich auch die dazu gehörigen 15 Instrumente,
die ungewöhnlicher nicht sein konnten.
Das gut zweiwöchige Programm brachte zu Gehör
eine Auswahl der Vielfältigkeit der Klezmermusik
mit neuen Akzenten, wie sie ein Jahr zuvor mit den
klezmerwelten „angestoßen“ worden
waren.
„Eine Fortsetzung wäre sicher wünschenswert“,
so die einhellige Meinung des Publikums, der Presse
und auch die der der Macher. Wegen der prekären
Haushaltslage der Stadt Gelsenkirchen ist eine Fortsetzung
aber nur dann möglich, so der Referatsleiter
Dr. Bandelow, wenn Sponsoren für „klezmerwelten
2005“ gefunden werden können.
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