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7. internationales Klezmer-Festival Fürth
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Aufwind
am 16. März 2000 im Kulturforum
Schlachthof:
Da der Schlachthof, in dem
das Konzert stattfand, ziemlich klein
ist, bin ich zeitig hin, um noch einen
guten Platz zu bekommen.
Das ist mir auch gelungen, um 19:30 Uhr
war dann der Saal zum Bersten voll. Ich
war sehr gespannt, wie das Konzert werden
würde, ich hatte vorher nur von der Gruppe
gelesen. Als die Band dann die Bühne betrat
fing ich an, mich auf den Abend so richtig
zu freuen:
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Die Bandmitglieder sind absolut
sympathisch und machen einen tollen
Eindruck von Spielfreude und man
hat das Gefühl, dass sich alle prima
verstehen. Die Vorfreude war berechtigt,
denn was und wie sie gespielt haben
hat mir so gut gefallen, dass ich
mir in der Pause 3 ihrer 4 angebotenen
CDs gekauft habe. Die "Junge
Jorn" habe ich nur deshalb
nicht gekauft, weil dort wohl der
Schwerpunkt auf jiddischen Liedern
liegt und ich Klezmermusik
bevorzuge.
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Auch der 2. Teil des Konzerts nach der
Pause hat mir wieder toll gefallen.
Besonders gut finde ich, dass Claudia
Koch (Gesang, Violine) den Text der jiddischen
Lieder vorher erklärt, so dass man versteht,
um was es geht. Überhaupt wird der Gesang
bei Aufwind groß geschrieben und das Gute
daran ist: Sie können auch singen.
Da hat man ja leider schon anderes erlebt.
Fazit: Aufwind war ganz, ganz
toll, es war ein absolut gelungener
Abend.
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Auf diese Band habe ich mich sehr
gefreut, ich habe sie bereits letztes
Jahr in Regensburg gesehen, da haben
sie ein super Konzert gegeben. Deshalb
waren meine Erwartungen sehr hochgespannt.
Die Gruppe selbst hat meine Erwartungen
auch erfüllt, aber insgesamt hat
es mir letztes Jahr besser gefallen.
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Der Grund ist, dass der "Große
Saal" wie sein Name schon sagt, groß
ist und dadurch ist es die Distanz der
Gruppe zum Publikum ebenfalls. Wenn man
dann bedenkt, dass der Altersdurchschnitt
des Publikums vermutlich bei 50 lag und
dass die Franken nicht gerade als extrovertierte
Stimmungskanonen bekannt sind, dann kann
man sich vorstellen, dass der Saal nicht
gerade getobt hat.
Trotzdem: Die Band hat ihr Bestes getan,
um das Publikum zu erreichen und hat es
mit "Ot Azoy" und "Ale
Brider" auch geschafft, das Publikum
zum Mitsingen zu motivieren. Der Saxophonist/Klavierspieler
macht die Conference, aber auch der Posaunist
macht manche lustige Bemerkung. Die Bandmitglieder
sind alles "alte Hasen" auf
der Bühne, die zum Teil (erzählten sie
in Regensburg) auch schon mal in Europas
Fußgängerzonen gespielt haben. Nur der
Akkordeonspieler ist jünger, da der "Original"-Spieler,
der auch auf den beiden CDs der Band spielt,
kurz nach Aufnahme der 2. CD verstorben
ist. Jedenfalls beherrschen alle ihre
Instrumente virtuos und wenn der Klarinettist
eine Doina spielt, dann schiesst mir als
Klarinettenfan schon mal das Wasser in
die Augen. In unserem lokalem Fernsehsender
sagte ein älterer Herr ganz ergriffen:
"Das schönste, was ich seit langem
gehört habe". Ich würde übrigends
ihre Musik als jazzig orientierten, guten
alten Klezmer bezeichnen.
Fazit: Ein sehr schönes Konzert,
dass durch einen intimeren Rahmen aber
noch besser hätte werden können. Dafür
konnte allerdings die Band nichts.
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Dieses Konzert im zum Bersten gefüllten
Stadttheater war das Abschlusskonzert
des Festivals und also eine Art
Höhepunkt. Es gibt nichts daran
zu rütteln, dass es sich bei dieser
Band um exzellente Musiker handelt
und demensprechend war es natürlich
ein schönes Konzert, das das Publikum
begeisterte.
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Mir persönlich gibt ihre Art des Klezmers
nicht so viel, da ein großes Gewicht auf
den Gesangs- und zum Teil auch Tanz-Darbietungen
der beiden Sängerinnen liegt.
Sie bringen dann jazzige Lieder wie "Bey
mir bist Du sheyn" und ähnliches
und tanzen auch ein wenig dazu. Es bewegt
sich dann mehr in Richtung Varieté, und
das ist nunmal nicht mein Geschmack. Damit
will ich allerdings nicht sagen, dass
sie es schlecht machen, es gefällt mir
nur einfach nicht. Zwischen diesen "Show-Klezmer"-
Stücken wurde prima jazziger Klezmer geboten,
das fand ich dann schon besser.
Nachdem das eigentliche Konzert vorbei
war, fand dann noch auf der gleichen Bühne
eine Jam-Session statt, man musste also
nur sitzenbleiben, um die auch noch "mitzunehmen".
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Die Jam-Session bestand darin,
dass einige Band-Mitglieder der
Maxwell Street Klezmer Band auf
der Bühne blieben und dann Mitglieder
diverser Gruppen, die auch auf dem
Klezmer-Festival aufgetreten sind,
und aus der Fürther Gegend kommen,
sowie Francois Lilienfeld, der Mitbegründer
und -Organisator des Festivals,
dazustießen. Es wurden dann einige
(vermutlich vorher abgesprochene)
Stücke zum Besten gegeben, wobei
die Besetzung jeweils wechselte.
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Die örtlichen Künstler gaben ihr
Bestes, um gegen die "Maxwell"
Profis nicht allzu blass auszusehen
und Francois Lilienfeld versuchte
sich sogar an einem Kazoo-Jazzsolo,
das aber leider eines völlig klarmachte:
Ein guter Klezmer ist nicht automatisch
auch ein guter Jazzer. Jedenfalls
war die Jam-Session ein netter Ausklang
des Abends und des Klezmer-Festivals
überhaupt.
Fazit: Gutes Konzert und
prima Stimmung, nette Jam-Session.
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