(Besprechung: Andreas)
Homepage der Gruppe: http://www.silberblick-musik.de/schikkerwilot.html
Am Freitag abend trat im Hackeschen Hoftheater in
Berlin das noch recht unbekannte Duo Schikker wi lot
auf. Das Duo setzt sich aus zwei Musikern zusammen.
Zum einen Franka Lampe am Akkordeon, deren Name sicher
bekannt sein dürfte, da sie doch sehr oft zu
hören ist. Unter anderem spielt sie auch bei
Klezmerstechter.
Der Sänger Fabian Schnedler hatte mir bisher
nicht viel gesagt, er singt auch bei Tantz in Gartn
Eydn. Ich war anfangs skeptisch wegen des Konzertabends,
da ein Liederabend mit nur Gesang und einem Instrument
ein gewagtes Spiel ist. So etwas kann schnell eintönig
werden, aber man lässt sich gerne eines Besseren
belehren.
Der Liederabend begann
um 22 Uhr und wie immer gestaltete sich der Kartenkauf
im Hoftheater als besonderes Erlebnis.
Erst kein Vorverkauf, dann doch Vorverkauf, dann
20 Minuten vorher da ein, aber da lief noch Theater.
Also nochmal gehen und fünf Minuten vorher
kommen. Kurz vor Beginn war noch nicht klar, wer
wann und wie Karten verkauft, da schließlich
die Kasse noch nicht da war. Es ging dann irgendwie,
jemand brachte eine Kasse und es gab plötzlich
Karten. |
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Der Liederabend bekann um 22:15 Uhr und ich war gleich
nach dem ersten Lieder sehr angenehm überrascht.
Franka Lampe am Akkordeon war mir bekannt, und dass
sie einfach eine der besten Akkordeonistinen in Deutschland
ist, das war mir auch klar. Ich hatte Zweifel am Gesang,
aber die waren schnell bei Seite geräumt. Fabian
Schnedler hat eine hervorragende Stimme, die mich
sofort an Michael Alpert von Brave
old World erinnert hat. Bei manchen Stücken
hätte man ihn wirklich verwechseln können.
Sein Gesang ist wirklich hervorragend, ohne elektronische
Verstärkung.
Je mehr er gesungen hat um so besser hat mir alles
gefallen. Schon lange habe ich nicht mehr einen so
guten Sänger gehört, ich bin sicher, er
wird in dieser Musikrichtung noch sehr bekannt werden.
Der Liederabend war ein Beispiel, wie man mit minimalem
Aufwand ein wirklich gutes Konzert bieten kann.
Besonders gut hat mir die Auswahl der Lieder gefallen.
Da wurde nicht einfach ein Standard runtergesungen,
es waren ausgewählte und seltene Stücke.
Zum Teil habe ich an diesem Abend Lieder gehört,
die wirklich Seltenheitswert haben oder an die sich
sonst niemand ranwagt, außer Lorin Sklamberg
von den Klezmatics.
Darunter war gleich zu Anfang das Stück "a
kholem", das wohl von Reubin Shapiro stammt und
nur sehr selten zu hören ist. Unter anderem war
auch das Stück "zol zayn" zu hören.
Diese schöne alte Lied von Yosef Papernikov (im
Traum ist mir heller) ist so gut wie verschwunden.
Auch ein Nigun "esn est zikh" war zu hören,
ein Stück das bereits Lorin Sklamberg breitgetreten
hat. Lange Rede kurzer Sinn, die Lieder waren alle
herovrragend, der Gesang nicht mehr zu toppen und
Franka Lampe hatte am Akkordeon ein viruoses und flottes
Spiel hingelegt.
Fabian Schnedler hatte immer wieder veruscht, das
Prublim zum Mitklatschen zu bewegen, aber bei den
leider nur 15 anwesenden Gästen stieß dies
nicht auf Erfolg. Schade eigentlich, die beden hätte
ein größeres Publikum verdient. Es wurde
angekündigt, dass im Januar die erste Live CD
im Hoftheater aufgenommen wird. Da kann man gespannt
sein, endlich mal wieder eine Gruppe, bei der sich
das Warten auf eine neue Platte lohnt.
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